Domizilland Paraguay




Copyright 2004 by H.W. Kopczinski, Paraguay

 Staatsgebilde & Landespolitik
Parteien u.a.

Hervorragende Bezie-
hungen unterhält  Pa-
raguay   –    bestärkt
durch Hoffnungen auf
wirtschaftliche Förde-
rung – seit der Regie-
rung unter Strössner
zu   Spanien,  Japan,
Taiwan,  Argentinien,
Brasilien und Südafri-
ka.
Japan dürfte, was die
Vergabe immens gün-
stiger Kredite und För-
derungen angeht, den
USA  (Handelspartner
und  Förderer   Nr. 1)
auf dem  Fuße folgen.
Die Kontakte zur Bun-
desrepublik  Deutsch-
land  sind  seit   jeher
vertrauensvoll      und
herzlich.

Die junge Demokratie:
Mit Alfredo Stoessner,  dem Sohn eines deutschen
Einwanderers aus Hof putschte sich 1954 der letzte
Diktator Paraguays an die Macht.  Mit  einer Mixtur
aus  Francia-Politik  (Fleiß  und  Sparsamkeit)  und
López-Vorlieben (Vetternwirtschaft und korrupte Be-
amte) hob er die oppositionellen Kräfte  aus den An-
geln und das Land  aus  der wirtschaftlichen Veges-
senheit.
Eine der stabilsten Währungen in Lateinamerika, die
Teilhaberschaften Paraguays an den  Megaprojekten
der beiden riesigen Wasserkraftwerke am Rio Iguazú
und  Rio  Paraná  sowie  einen  zwar  bescheidenen
aber  kontinuierlichen  wirtschaftlichen  Aufschwung
hat Paraguay ihm zu verdanken.
Im Februar 1989 wurde der damals 76jährige von sei-
nem Duz-Freund,  dem  höchsten General der Streit-
kräfte, Andres Rodriguez,  gestürzt  und ins brasilia-
nische Asyl abgeschoben. Unter Rodriguez kam es
zu den ersten freien Wahlen in Paraguay,  aus  wel-
chen Juan Carlos Wasmosy als erster vom Volk ge-
wählter Präsident hervorging.

Verfassung und Staatsgewalt
Paraguay ist nun eine präsidiale Republik mit einem
Parlament, das sich aus dem Senat und dem Abge-
ordnetenhaus zusammensetzt. Seine  am 26.8.1967
in Kraft getretene Verfassung basierte auf den Grund-
rechten einer bereits seit  1870 gültigen  Verfassung
und wurde im Jahr 1992  dem demokratischen Wan-
del angepasst.
Die gültige Verfassung vom Juni 1992 sieht eine Auf-
gabenteilung des Staates  in  Legislative,  Exekutive
und Judikative fest.
Die Legislative wird vom Kongress,  bestehend  aus
einer Senatoren- und  Abgeordnetenkammer ausge-
übt.  Die  Abgeordneten  werden direkt vom Volk ge-
wählt und haben eine Amtszeit von fünf Jahren. Der
Kongress überwacht die Einhaltung der Konstitution
und der Gesetze und erlässt neue Vorschriften, Ge-
setze und Wahlgesetze.
Die Exekutive übt der Präsident, in seiner Abwesen-
heit der Vizepräsident aus.  Der  Exekutive  gehören
auch 11 Minister an.
Die Judikative wird durch den obersten Gerichtshof
ausgeübt,  welcher  sich in fünf Zuständigkeitsberei-
che aufgliedert. Darüber hinaus gibt es die Appelati-
onsgerichte für Zivil-,  Handels-,  Straf- und  Arbeits-
recht sowie den Rechnungshof. Die Justizverwaltung
setzt sich aus dem Generalstaatsanwalt, Staatsan-
wälten, Steuerbeamten und anderen Richtern niede-
rer Instanzen zusammen.

Paraguay und die Welt
Als wirtschaftliche und außenpolitische Stütze Para-
guays  sind  vornehmlich  die USA zu benennen. Im
Gegenzug bietet Paraguay dafür ein stets pro-ameri-
kanisches,  verlässliches  Stimmenzünglein  an  der
Waage  internationaler  Entscheidungen,  was  dem
großen Bruder USA oftmals recht nützlich war.
An  den ersten  Freundschaftsverträgen, die  bereits
unter  Carlos Antonio López  (1859)  zwischen  den
Vereinigten Staaten und Paraguay geschlossen wur-
den,  hat  seitdem kein Präsident der beiden Länder
gerüttelt.
Überhaupt  ist  die  Außenpolitik Paraguays eng mit
seiner wirtschaftlichen Situation verknüpft. So haben
sich die Regierungen im Laufe der vergangenen Jahr-
zehnte damit abfinden müssen, dass potente Kredit-
geber  bestimmte  Auflagen  erfüllt sehen wollen und
daher auch Bedingungen stellen.

Politik wird in Paraguay sehr
wichtig genommen, denn seit
dem das Land 1989 mit dem
deutschstämmigen Alfredo
Strössner seinen  letzten
Diktator verlor und demokra-
tisch wurde, wird nichts
heißer und leidenschaftlicher
diskutiert, als die Landespolitik

Die  beiden  größten
Parteien, die Colora-
dos
und die Liberalen,
wurden  im Jahr 1887
gegründet. In der  Re-
gierungszeit   Alfredo
Stroessners  spaltete
sich die  Liberale Par-
tei. Aus den  schärfs-
ten Gegnern der Colo-
rados bildete sich nun
die  Radikal  Liberale
Partei. 1936 wurde die
"Partido Revoluciona-
rio Febrerista"  (PRF)
gegründet.

Um die  Wahl  in das
paraguayische  Zwei-
kammer - Parlament
(Congreso), das sich
aus  dem  Senat mit
30, und dem Abgeor-
dnetenhaus  mit  60
Mitgliedern   zusam-
mensetzt,  bewerben
sich    hauptsächlich
sieben größere  Par-
teien – gewinnen "tun
aber immer die Colo-
rados" *gg*...

Die 4 Jahreszeiten
Besucher empfinden den paraguayischen Frühling sicher als die angenehm-
ste Zeit, da sich beson-
ders die Monate Novem-
ber und Dezember nun in
all ihrer exotischen Pracht und Blütenfülle zeigen. Die Sommer- und Ferienzeit (3 Monate Schulferien für die Kids!)  fällt in die Monate Dezember bis März. Trotz
des überwiegend schönen (und heißen) Wetters, fällt
in diesen Jahresabschnitt auch die Regenzeit, in welcher es etwa einmal
pro Woche wie aus Ei-
mern schüttet. Mitte März
bis Ende Mai prägt der
Herbst das Land. In Para-
guay verlieren dabei nur
ganz wenige Bäume ihr Blattwerk – so sind also
auch Herbst und Winter immerwährend grün. Der Winter beginnt im Juni und reicht bis in den Septem-
ber hinein. Jedoch auch in den Wintermonaten grünt
und blüht es in der Natur.

2003: Presidente Duarte
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 Fläche: 406.752 qkm  Einwohner: 5.000.000  Bevölkerung: 12/qkm  Regierungsform:  Demokratische Republik  Landeshauptstadt:  Asunción ( 1 Mio. Einw.)  Amts/Landessprache:  Spanisch u. Guaraní  Stromspannung: 220V
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