

Stellen Sie sich Deutschland, Österreich, die Bene-
luxländer und die Schweiz als geografische Fläche
vor und darin nur 5 Millionen Menschen. Das würde
bedeuten, dass auf Ihrer Karte jeder Punkt (Städte
und Dörfer in den oben aufgeführten Ländern) etwa
10 Menschen darstellt dies in etwa ist Paraguay.
Dass dieses winzige Häuflein an Menschenpotenti-
al nicht allzuviel bewegen kann, dass darunter die
Infrastruktur und der wirtschaftliche Motor des Lan-
des leiden, liegt auf der Hand. Paraguay braucht
Einwanderer, um sich als Staat überhaupt erhalten
zu können. Entsprechend leicht sind die zu erfüllen-
den Vorgaben für einen permanenten Aufenthalt.
Das müssen Sie mitbringen...
Verlangt werden ein gültiger Reisepass,
Geburts-
urkunde (beglaubigt von der paraguayischen
Bot-
schaft bzw. dem zuständigen Konsulat in Ihrem
Heimatland) sowie Heirats- oder Scheidungsurkun-
de, ein jungfräuliches Polizeiliches Führungszeug-
nis (nicht älter als 3 Monate) und ein nachweisba-
res Eigenkapital von mindestens 5.000
US-Dollar,
welches kurzfristig auf einer paraguayischen Bank
deponiert sein muss.
In Paraguay
selbst lässt
man dann die beglaubig-
ten mitgebrachten Dokumente übersetzen, konsul-
tiert einen zugelassenen Arzt wegen einer gesund-
heitlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung, richtet
sein 5.000-Dollar-Konto ein, lässt spezialformatige
Passfotos erstellen und besorgt sich die notwendi-
gen Formblätter, Antragsformulare und Gebühren-
marken. Zuweilen je nach Regierung und Amts-
vorstand in der Einwanderungsbehörde werden
auch ein fester Wohnsitz, zuweilen auch 'bewohn-
bares Eigentum', Interpol-Auskunft u.ä. verlangt.
Über den jeweils aktuellen Stand der erforderlichen
Auflagen informiert Sie die Botschaft oder das zu-
ständige paraguayische Konsulat in Ihrer Heimat.
Hat
man 'seine Papiere' vollständig
zusammen u.
das Konto wurde gegründet, wird das gesamte Pa-
ket auf der Einwanderungsbehörde nebst Gebüh-
ren eingereicht. Man erhält dann die sogannte 'Me-
sa de entrada' ein für 90 Tage gültiges Erstdoku-
ment als Bestätigung dafür, dass Ihr Einwande-
rungsantrag eingereicht wurde und bearbeitet wird.
Haken, Ösen und Hürden
Korruption und Beamtenklüngel machen das Ganze
leider etwas komplizierter, als es vom Gesetzgeber
erdacht wurde. So muss man ein 5000-Dollar-Konto
in Paraguay vorweisen, Ihr Bankbeamter wird Ihnen
jedoch erklären, dass Sie nur dann ein Konto grün-
den können, wenn Sie eine Daueraufenthaltsgeneh-
migung besitzen. Beim Zoll läuft es ähnlich
ab
Man benötigt seine paraguayischen Residenzpapie-
re also relativ rasch, bekommt die aber kaum in an-
gemessener Zeit ohne Bakschisch-offene Hände zu
füllen. Wer alles alleine bewerkstelligen will, ohne
ein Hilfsbüro einzuschalten, wird wohl oder übel
alle 90 Tage zur Behörde pilgern müssen, um eine
neue "Mesa de entrada" zu beantragen. Wer hier
nicht schmiert, den lässt man einfach leerlaufen
irgendwann merkt's dann selbst der einfältigste al-
ler Frischlinge und macht einige Hundert Dollar zu-
sätzlich locker Paraguay: Land der offenen Hän-
de besonders für die Frischlinge, deren Unerfah-
reinheit eine sprudelnde Geldquelle ist...


Mit jedem Regierungs-
wechsel tauchen in pa-
raguayischen Behör-
den auch neue Köpfe
aus dem Umfeld des
neuen gewählten Prä-
sidenten auf. Diese
Beamten neigen in der
Regel dazu, sich durch
neue Vorschiften zu
profilieren, was auch
für die Einwanderungs-
behörde gilt, wo man
in gängiger Praxis die
Auflagen mehrmals
pro Jahr ändert...
Daher
ist es
ratsam,
versierte Büros mit
der Einwanderung zu
beauftragen. Die Prei-
se bei deutschsprachi-
gen Anbietern liegen
im Mittel bei etwa
1.000 bis 1.250 Dollar.
Da zahlreiche Büros
außer dem "Beschleu-
nigungs-Zuschlag" in
den Behörden zusätz-
lich hohe Vermittlungs-provisionen für Neu-
kunden auf den Tisch
blättern, werden zu-
weilen Preise von
1.300.- Dollar bis 5.000.-
Dollar verlangt, bzw.
die Honorare optisch
niedriger angelegt, wo
z.B. bei der Verzollung
von Umzugsgut kräftig
abkassiert wird...
Da
die meisten Einwan-
derer rasch Nägel mit
Köpfen machen wollen
und schon wegen der
Umzugs-Container die
Aufenthaltspapiere in
der Regel rasch benö-
tigen, hat sich aus der
"Cedula-Beschaffung"
ein lukrativer Erwerbs-
zweig entwickelt. Sie
sollten also die Ange-
bote sorgfältig verglei-
chen, wenn es um ei-
ne rasche und seriöse
Abwicklung geht...
Ausländer mit einer gül-
tigen Daueraufententhalts-
genehmigung können nach drei
Jahren in Para-
guay ihre Einbürgerung
(paraguayische Staatsbür-
gerschaft) beantragen, wo-
bei ein sauberes paragu-
ayisches Führungszeug-
nis Voraussetzung ist. Ferner ist das persönli-
che Erscheinen erforder-
lich.
In
der Regel findet bei der
persönlichen Anhörung auch eine
Befragung in
spanischer Sprache statt, deren Form vom zuständi-
gen Beamten (Richter) ab-
hängig ist, der herauszu-
finden hat, ob Sie einige
Landeskenntnisse besit-
zen.
Ob
Sie in Ihrem
Fall Ihre
frühere Staatsbürgerschaft dafür aufgeben müssen,
erfragen Sie bitte aktuell
in Ihrem zuständigen Kon-
sulat bzw. in der Botschaft
Ihres Heimatlandes.
